Stille Zeit

Liebe Leserin, lieber Leser,

Stille Zeit nennt man diese Wochen, wenn die Tage kürzer werden. Wenn man den Ofen anschürt und Kerzen anzündet. Still sind die Novembertage, zu denen das Gedenken an die Verstorbenen gehört, das Nachdenken über die eigene Endlichkeit und die Endlichkeit der Welt. Für die Altvorderen mag sich die Stille wohl von selbst ergeben haben. Stille, wenn die Arbeit ruht, die Sonne sinkt, der Tag sich neigt. Still und nachdenklich waren einstmals wohl auch die Adventstage, wenn auch schon durchdrungen von geheimnisvollen Festvorbereitungen.

Wir heute müssen Stille dagegen suchen: an besonderen Orten, zu besonderen Zeiten am Tag oder im Jahr. Das Handy mit dem WhatsApp-Signal ausschalten, die E-Mails ungelesen lassen, für eine Zeit nicht erreichbar sein – dazu müssen wir Heutigen uns bewusst entscheiden. Oft ist die Stille dann fremd, ungewohnt und irgendwie zu laut. Wer sich aber darauf einlässt, kann neue, tiefe Erfahrungen machen, mit sich selbst und mit Gott. Gönnen Sie sich etwas in dieser „staden“ Zeit: ein paar Minuten Stille am Tag. Sie sind wertvoll und kostbar.

Ihre Pfarrerin Silvia Henzler

Gemeindegruß Nr. 256